Home Geschichte DJK-Echo 1990
DJK Echo 1990

Auszüge aus dem DJK-Echo, Dezember 1990
Es steht auch als PDF unter Downloads bereit



Vorstand

Liebe DJK-Mitglieder!

Nachdem das erstmalig im März 1990 erschienene "DJK-Echo" eine so große Resonanz gefunden hat, sah sich unsere Geschäftsführerin und Initiatorin dieses Heftes, Sigrid Bartscher, ermutigt, nunmehr eine zweite Auflage folgen zu lassen. Zu diesem Entschluß kann man ihr sicherlich gratulieren und ihr eine gleich gute Kritik und Aufnahme bei den Lesern wünschen wie beim ersten Mal Die durch das "DJK-Echo" verbesserte Kommunikation unter den Mitgliedern der einzelnen Abteilungen trägt zur Solidarität bei und bestärkt uns in dem Gefühl, daß wir alle in unserem Sportverein uns wohlfühlen und einer guten Betreuung erfreuen dürfen.


In diesem Sinne wünsche ich auch dieser zweiten Auflage des "DJK-Echo einen vollen Erfolg in der Hoffnung, daß weitere Vereinsnachrichten folgen werden.


Dr. med August Pötter
1. Vorsitzender



Wir waren dabei

Blick in die Geschichte von Eckhard Möller - Historiker Ein strahlender Mäzen sitzt auf dem Dach eines im Stil der 60er Jahre bemalten Opel, darum herum jubelnde Spieler und Fans mit blauweißen Fahnen und den bei solchen Anläßen immer vorhandenen Getränken. Ein Bild von der Feier des Aufstiegs in die Regionalliga West der DJK im Jahre 1969.


Zu sehen war dieses Bild bei der Ausstellung des Stadtmuseums "100 Jahre St. Pankratius - Katholische Gemeinde im 'evangelischen' Rom“, in einem Album, platziert auf einem Nierentisch. Die Geschichte der DJK danach ist sicher noch vielen bekannt: Einige Jahre Zugehörigkeit zur Regionalliga mit den spannenden Ortsderbies gegen die Rivalen SVA und Arminia Bielefeld, die mehr als 10.000 Zuschauer in den Heidewald lockten. Gründungsmitglied der 2. Bundesliga und nach zweijähriger Zugehörigkeit der Abstieg in das Amateurlager. Am Ende dieser Entwicklung stand die Fusion der Fußballabteilungen von SVA und DJK.


Natürlich war der Profifußball der DJK in den Medien und in der Öffentlichkeit im Mittelpunkt. Dadurch wurden zwei Dinge aus dem öffentlichen Bewußtsein verdrängt:
- die anderen Abteilungen mit ihrem hervorragenden Breitensport und

- die katholischen Grundlagen aus denen der Verein hervorgeqangen ist.

Die allen bekannte, leicht spöttelnde Bemerkung von den "Kirchenprofis'' blieb hier übrig.


Als die DJK 1923 gegründet wurde und im Februar 1924 die ersten Vereinsausweise vorlagen, war für die Beteiligten der enge Zusammenhang zwischen Sport und christlicher Glauben selbstverständlich. Der Körper wurde als ein Geschenk Gottes verstanden, das gesund und kräftig zu erhalten Christliche Pflicht sei. Körperliche Fitness war also weder Selbstzweck noch wurde der Sport nur als "Spaß an der Freud'" betrieben. Die religiöse Begründung spielte eine wichtige Rolle. Die Aktiven fanden sich nicht nur in der DJK, sondern auch in der Kirche und in anderen katholischen Vereinen zusammen. Am erfolgreichsten war die Handball-Mannschaft: 1931 stand sie im Endspiel der Rhein-Weser-Meisterschaft der DJK-Mannschaften.


Turnen und Leichtathletik waren die beiden anderen Standbeine des Vereins; die im Gründungsjahr bestehende Fußballmannschaft löste sich bald wieder auf. Heutigen Aktiven dürfte es kaum vorstellbar sein. daß das Turntraining in den ersten Jahren im Saal des Kath. Vereinshauses stattfand. Tiefe Einschnitte brachte die nationalsozialistische Diktatur für die DJK Gütersloh. Auf Anordnung mußte 1935 der Sportbetrieb eingestellt werdend, weil konfessionellen Vereinen - unter anderem auch dem evangelischen Eichenkreuz - die sportlichen Betätigungen verboten wurden. Viele der aktiven Handballer gingen damals zur SpVg Gutersloh.


Nachdem die ersten Schwierigkeiten der Nachkriegszeit überwunden waren, wurden 1953 in Gütersloh wieder DJK-Vereine gegründet: die DJK Blau-Weiß und die DJK-Süd. Beide schlossen sich dem DJK-Zentralverband an, der nicht dem Deutschen Sportbund (DSB) angehörte. Der Spiel- und Sportbetrieb fand also wie vor der nationalsozialistischen Zeit in Vergleichswettkämpfen nur mit anderen DJK-Mannschaften statt. 1958 erfolgte mit dem Beitritt beider Vereine zum DJK-Hauptverband der Anschluß an den DSB. Dieser Schritt kann als Anfang der Entkonfessionalisierung der DJK betrachtet werden. 1963 fusionierten die beiden Gütersloher DJK-Vereine zur DJK Gütersloh - sechs Jahre später stieg dann die 1. Fußballmannschaft ins Profilager auf.




DJK Gütersloh - Patricia Straw School of Dancing, Broxtowe

Über 30 Freunde aus Broxtowe - Mitglieder der School of Dancing mit Begleitern begrüßte Sigrid Bartscher, 2. Vorsitzende der DJK, Mitte April dieses Jahres in Gütersloh. Eine Woche lang war ein abwechslungsreiches Programm mit Ausflügen zum Safari-Park, Freilichtmuseum Detmold und Schloßbesichtigungen in Detmold und Rheda sowie einer Stadtführung in Gütersloh zusammengestellt.


Unsere Gäste wurden vom Bürgermeister unserer Stadt begrüßt und revanchierten sich mit einigen Tänzen. Im Pfarrsaal der Liebfrauengemeinde zeigten sie ihr Können vor einem interessierten Publikum. Über zwei Stunden sahen wir verschiedenste Tänze vom klassischen Ballett bis hin zu Folklore, Steptanz und Jazz. Abschied wurde mit Gästen und Gastfamilien im DJK-Tennisclubheim gefeiert. Fast alle Besucher wurden in Gastfamilien aufgenommen. Es wurden Freundschaften vertieft und neue begründet.


Patricia Straw-Chester versicherte, daß der Aufenthalt in Gütersloh bei der DJK wieder ein schönes Erlebnis war Sie sprach für 1991 eine Einladung zum Gegenbesuch in Broxtowe aus. Dieser Gegenbesuch wird für die Woche nach Ostern 1991 geplant. Bernd Fedler hat sich bereit erklärt, die Organisation dieser" durchzuführen. Wir freuen uns schon auf unseren Besuch in England.


Allen Gastfamilien noch einmal ein herzliches Dankeschön.




Mitglieder berichten

Amerika - Trip - Erlebnis- und arbeitsreiche Wochen in Kalifornien Im Frühjahr dieses Jahres nahm ich die ersten Verbindungen mit der Gesellschaft für Internationale Jugendkontakte in Bonn auf, um mich als Betreuerin in einem Feriencamp für Kinder anzubieten.


Nach schriftlicher Bewerbung und einem Vorstellungsgespräch in Hannover kam Mitte April die Zusage für mich. Jetzt wartete ich nur noch mit großer Spannung auf das OK aus Amerika. Anfang Mai kam die erlösende Nachricht. Ein Camp in Kalifornien, ganz in der Nähe von San Francisco, sollte mein Ziel sein. Am 12. Juni ging es los. Ich flog von Amsterdam nach New York. Dort trafen Counselors (Betreuer) aus der ganzen Welt zusammen. Nach den ersten Eindrücken vom Land des Fortschritts ging es am nächsten Tag weiter nach San Francisco. Dort lernte ich Leute aus Neuseeland, Australien, Schweden und Schottland kennen.


Erfreulicherweise war auch noch ein anderes deutsches Mädchen da. In den ersten zehn Tagen wurden wir mit Vortragen und Filmen auf unsere Arbeit mit den Kindern vorbereitet. Schon nach wenigen Tagen wurde es mit der Sprache immer besser. Dann kam der große Augenblick: Die Ankunft der ersten Kinder. Meine Aufregung war sehr groß, denn ich wußte ja nicht, wie die Kinder auf jemanden aus einem fremden Land reagieren wurden. Meine Sorgen waren jedoch völlig unbegründet. Die Kinder akzeptierten alle Betreue? und fanden es toll, uns bei Sprachschwierigkeiten behilflich zu sein. Unsere Aufgabe war es, die Kinder tagsüber zu beschäftigen.


Froh war ich immer über meine zwei Freistunden täglich. Zwischendurch hatte ich auch mal 1-2 Tage frei, so daß ich in dieser Zeit mir Land und Leute anschauen konnte. Im Nachhinein kann ich nur immer wieder betonen, daß es harte Arbeit war, aber daß ich auch eine Menge Spaß hatte. Ich habe Freunde von der ganzen Welt gefunden und ein kleines Stückchen Amerika kennengelernt.

Wibke Gursberg




Editorial

Am Freitag um 15.00 Uhr geht's los! Die Rückkehr ist für Sonntagnachmittag angesagt; Familie fragt sich, was das soll und ist sauer! Am Sonntagabend kommt man geschafft nach Hause und will noch nur Ruhe. Montag tagt der Vorstand, nachmittags hat man noch mit Mitgliedern geredet, und am Dienstag ist um 20.00 Uhr mit der Gruppe etwas zu regeln. Wenn Sie jetzt meinen, wir sprechen über unseren Außenminister, den Vielgereisten, dann ist das verständlich, aber falsch! - Wir sprechen hier schlicht und einfach von einer "Übungsleiterin" der DJK Gütersloh. Viele Frauen und Männer unseres Vereins sind tagtäglich bereit und unterwegs, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Junge Mädchen und gestandene Frauen - manchmal auch schon Großmütter und Ehefrauen mit Silberdiplom - aber immer noch knackig" Manchmal muß man sich fragen lassen, ob man überhaupt pädagogische Fähigkeiten hat! Natürlich haben wir die, genau soviel und so wenig wie diejenigen, die das studiert haben.


Es fehlt am Ende nur noch die Frage: "Haben Sie überhaupt Abitur?" "Nee, haben wir nicht, jedenfalls nicht alle!" Aber eines haben wir, Begeisterung, Liebe zu den Menschen, für die wir Verantwortung tragen, und die Gewißheit, für unseren Verein unser Bestes zu geben. Das machen viele von uns schon über Jahre und sind nach wie vor mit Freude dabei! Da darf man auch mal an sich denken! "So. mein Schatz, ich muß jetzt gehen. Die Übungsleiterinnen haben sich heute zum Essen verabredet. Im Kühlschrank ist noch kalter Braten. Tschüs, mein Goldstück» - Und vielen Dank - ohne Dich und Deine tatkräftige Unterstützung und Mithilfe würde es nicht gehen!"


Sigrid Bartscher